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Der Faktencheck der TÜV NORD GROUP hat eine lange Tradition. Einmal im Jahr lädt die Konzernrepräsentanz in Berlin Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Diskussion von technologischen und zugleich gesellschaftlich relevanten Fragestellungen ein. Unser gestriges Thema war „5G – Schneller als die Politik erlaubt“. Da wundert es kaum, dass die Veranstaltung einen neuen Besucherrekord verzeichnen konnte.

Kaum ein anderes Thema ist derzeit so präsent in Presse und Medien. Kontrovers geführt wird die Debatte ohnehin, denn Hürden gibt es viele. Noch immer weisen bestehenden Mobilfunknetze (3G, 4G/LTE) in Deutschland eine Vielzahl weißer Flecken auf. Da stellt sich die Frage: Was kann man im 5G Netzausbau besser machen? Zumal die Akzeptanz in der Bevölkerung spürbar sinkt, immer neue Sendemasten zu errichten. Für Industrieunternehmen gibt es zukünftig einen anderen Weg. Sie können auf ihren Werksgeländen eigene, lokale 5G Campusnetze errichten und betreiben und ihre Netzanforderungen speziell und individuell auf den konkreten Einsatz ausrichten und wirtschaftlich betreiben.

Die Frage der 5G Systemlieferanten wird zum Politikum
Auch die zuletzt hitzig geführte Debatte über die Anbieter von 5G Systemtechnik kühlt sich in Vorweihnachtszeit kaum ab. Sie nimmt zunehmend politische Züge an. Dabei könnten die Positionen gegensätzlicher kaum sein. Während die eine Fraktion den vollständigen Ausschluss von Anbietern fordert, in deren Herkunftsländer eine Einflussnahme der jeweiligen Regierung befürchtet wird, ist für die andere ein zügiger und wirtschaftlicher Netzausbau ohne Einbezug der Anbieter aus Fernost nicht machbar. Rein technologisch scheinen diese Anbieter seit vielen Jahren auf der Überholspur zu sein.

Dreiklang aus Sicherheit, Vertrauen und Sanktionen
Kritische Netzwerkkomponenten auf IT-Sicherheit zu prüfen ist daher ein wichtiger Baustein für ein Herauskommen aus der Pattsituation. Schließlich geht es um Beherrschbarkeit der Risiken, nicht um Abschottung. Dafür müssen kritische Kernkomponenten zunächst identifiziert und anschließend zertifiziert werden. Eine Vermeidung von Monokulturen technischer Ausrüstungen und ein umfassendes Sicherheitsmonitoring sind weitere Elemente der neuen Sicherheitsstrategie für 5G Netze. Ein Nachweis der Vertrauenswürdigkeit durch die Hersteller selbst und eine Herstellerhaftung im Fall des Auftretens von Sicherheitslücken ergänzen das Sicherheitspaket im Katalog von Sicherheitsanforderungen für das Betreiben von Telekommunikations- und Datenverarbeitungssystemen sowie für die Bearbeitung personenbezogenen Daten nach § 109 Telekommunikationsgesetz (TKG), Version 2.0.

Ein rundes Programm
Zusammenfassend gesagt: Zum Thema 5G gab es viel zu diskutieren. Das bestätigt auch ein Blick auf das Whiteboard von Malte von Tiesenhausen (Grafic Recorder), dass das Geschehen auf künstlerisch eindrucksvolle Weise zusammenfasst. Ein gut gemischtes Programm aus Vorträgen und Panel-Diskussionen gab den Anstoß für angeregte Gespräche im Networkingteil der Veranstaltung. Im Dialog zu bleiben, andere Positionen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen war oberstes Ziel des Abends. Diesen Anspruch konnte der gestrige Faktencheck mehr als erfüllen. In kleinerem Kreis wurde gar bis zur Mitternachsstunde angeregt diskutiert. Unser Dank gilt den Veranstaltern für die tolle Vorbereitung des Events sowie allen Teilnehmenden für ihr Kommen. Den Vortragenden und Panelisten danken wir für ihre spannenden Vorträge und vielfältigen Redebeiträge.

Mehr zum Thema Sicherheit in 5G und Campus Netze finden sie hier: www.tuvit.de/de/tuevit/5g/